Ode an das Leben

Das Leben stellt uns auf die Probe und wenn wir meinen, es könne jetzt nur noch besser werden, bricht es uns alle Knochen und das Herz.

Ich blicke zurück auf mein Jahr 2018:

Es begann für mich mit einem Wunder, für das ich unendlich dankbar bin, denn es hat mich geöffnet für alles Unverhoffte des Lebens. Es hat mir erneut gezeigt, wie sehr wir mit unserem Denken unsere Möglichkeiten beschränken und wie viel mehr das Dasein bereithalten kann, wenn wir aufhören, es durch unsere Gedanken zu blockieren.

Zum Jahreshöhepunkt wurde ich vor die bisher größte Herausforderung meines Lebens gestellt. Es ist ja nicht so, dass dieser Titel nicht bereits vergeben war…

In nur einem Augenblick war alles anders: Nichts war mehr sicher, ich war mir nicht mehr sicher; die Außenwelt drehte sich gnadenlos weiter und ich fragte mich oft, wie das geht. Alles in mir schien zerschmettert, ausweg- und hoffnungslos.

Das „Bisdahin“ abreißend vom „Seither“, wie Rilke es treffend formulierte, beschreibt diesen Zustand sehr gut und genau hier liegen, so darf ich es später Stück für Stück erkennen, weitere Geschenke meines Lebens.

Ich habe wunderbare Freunde und eine großartige Familie. Inmitten meines Dramas war ich nicht allein und ich konnte nach und nach erkennen, was ich dringend loslassen, korrigieren und neu erforschen sollte – eine Art Inventur meines Lebens. Das Erleichternde daran: es gibt kein „ABER“ mehr. Der richtige Zeitpunkt für Veränderungen ist immer JETZT.

“Wenn Du einen Berg hinauf läufst, kannst du aufgeben sooft Du willst, solange Deine Füße in Bewegung bleiben.” (Dan Millman – Der friedvolle Krieger)

Die ersten Schritte auf neuem Boden sind immer etwas wackelig, dennoch ist genau dieser Zustand ein sehr feiner Indikator dafür zu erkennen, wann wir uns in Situationen begeben, die vielleicht doch nicht ganz gesund für uns sind. Unsere Wahrnehmung wird neu geschult.

Nehmen wir an, was das Leben für uns bereithält. Es wird uns immer wieder vor extreme Herausforderungen stellen. Meine Klienten wissen, dass es sich nicht lohnt, mit der Realität zu streiten. Wir verlieren in 100% der Fälle. Es ist wie es ist.

Es wird höchste Freude und tiefste Traurigkeit geben. Sage „JA“ dazu und feiere das Leben. Sei neugierig und offen für jede schöne Kleinigkeit.

Ich konnte in diesem Jahr vieles lernen, neue Wege beschreiten und alte Konditionierungen loslassen. Dieser Prozess hört vielleicht nie auf und das ist ein gutes Gefühl.

Zum Jahresende durfte ich erneut ein wundervolles Geschenk annehmen. Ich konnte spüren, wie sich mein Herz weit öffnet, höchste Freude zulässt und gleichzeitig Angst und Schmerz einlädt und auch dazu sage ich: „JA“.

Ich bin dankbar und bereit für das Leben.

“Wirf Deine Angst ab, verlaß Dich auf Deine inneren Hilfsquellen, vertraue dem Leben, und es wird Dir’s vergelten. Du vermagst mehr als Du denkst.” (Ralph Waldo Emerson)

2 Antworten auf „Ode an das Leben“

  1. Hallo,
    ich bin fasziniert, wie unterschiedlich das “schwierige Jahr 2018” von den Betroffenen gemeistert wurde. Viele sind verzweifelt und können das Leben mit seinen Höhen und Tiefen nicht annehmen und zu den Veränderungen ja sagen. Mir fällt es manches Mal auch schwer, die Dinge einfach anzunehmen. Ich bin aber dank gutem Handwerkszeug auf einem guten Weg und merke, dass durch eine geänderte Betrachtungsweise die Verarbeitung und das Annehmen erleichtert wird.
    Ich wünsche Ihnen ein schönes Weihnachtsfest und ein gutes und gesundes Neues Jahr 2019.
    Liebe Grüße aus dem “Gefängnis” Schwäbisch Hall 🙂
    Cornelia Willomitzer

    1. Herzlichen Dank für Ihre lieben Zeilen, Frau Willomitzer.
      Ich wünsche Ihnen ein phantastisches und ruhigeres Jahr 2019. Passen Sie gut auf sich auf.
      Liebe Grüße,
      Dörte Kromer

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